Musikalische Glanzleistung

09.11.2015 (PNP)

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Applaus von Werkleiter Dr. Bernhard Langhammer für das Orchester, das seit 1947 das Werk Gendorf repräsentiert. Die Bühne im Betriebsrestaurant war herbstlich geschmückt. - Fotos: Gerlitz

Burgkirchen. Es soll Blaskapellen geben, die spielen laut. Einfach nur laut. Das Symphonische Blasorchester des Werkes Gendorf kann weit mehr, es liefert musikalische Glanzleistungen ab.

Die große Bandbreite reicht von traditioneller Blasmusik über Klassik, Musicalmelodien, Filmmusik, Jazz bis hin zum Pop. Die chorische, mehrfache Besetzung der Register verleiht den Arrangements starkes Volumen. Die Erfahrung des versierten Dirigenten Klemens Wimbauer wie auch der einzelnen Musiker versetzt das Gendorfer Orchester in die Lage, die Anforderungen von Stücken aus der musikalischen Oberstufe und Höchststufe zu meistern. Alles, was beim Herbstkonzert am Freitagabend im Betriebsrestaurant des Industrieparks Werk Gendorf die Ohren des großen Publikums erfreute, stammt aus der musikalischen Oberliga. Fast 50 Musiker saßen auf der Bühne und folgten mit ihren Instrumenten präzise jedem Wink von Klemens Wimbauer, der seit dem Jahr 2001 das Gendorfer Orchester leitet.

Mit einem Gedicht von Theodor Fontane über den schönen Herbst begrüßte Werkleiter Dr. Bernhard Langhammer das Publikum. Mit einem Blumenstrauß ehrte er Martina Jung, die seit 25 Jahren im Werksorchester Klarinette spielt.

Moderatorin Sabine Bachmaier lud die annähernd 500 Konzertgäste zu musikalischen "Höhenflügen" ein und erläuterte die Wahl dieses Mottos folgendermaßen: Einerseits verlangte die Auswahl der Stücke den Orchestermitgliedern durchaus Höchstleistungen ab, was auch einem Höhenflug gleichkommt. Andererseits ließ sich jedes Stück irgendwo inhaltlich dem Gedanken einer herausragenden Situation unterordnen. Beispielsweise beschrieb das erste Stück "Freiheit für den Adler" von Otto M. Schwarz das Leben des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer. Johannes Gutenberg, der am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit eine Medienrevolution einleitete, war das nächste Stück gewidmet; die Musik beschrieb Gutenbergs Leben in den Gassen von Mainz. Auch hier lautete der Name des Komponisten Otto M. Schwarz. Dieser Tondichter gehört zum Standardrepertoire des Gendorfer Orchesters.

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Volle Konzentration: Konrad Grabmaier bei seinem anspruchsvollen Tuba-Solo mit Dirigent Klemens Wimbauer.

Die besondere Leistung der Musiker am Freitagabend lag im Meistern schneller Tonfolgen und des Wechsels von Takt und Rhythmen. Für Blechblasinstrumente liegt der größte Schwierigkeitsgrad oft in der Höhe, so auch beim anspruchsvollen Tuba-Solo von Konrad Grabmaier im "Tuba Concerto Espanol". Moderatorin Sabine Bachmaier meinte dazu, der Komponist Kurt Gäble habe sich hier wohl eher am Tonumfang der Klarinette orientiert als an dem der Tuba.

Mit dem einstigen Hit "Skyliner" von Charlie Barnet bewies der Klangkörper, dass ein symphonisches Blasorchester auch Tanzmusik der Dreißigerjahre spielen kann. Mit fetziger, mitreißender, geradezu atemberaubender Musik untermalten die Komponisten Nick Glennie-Smith, Hans Zimmer und Harry Gregson-Williams den actionreichen Thriller "The Rock". Mit etwas Fantasie lief hier beim Herbstkonzert "großes Kino im Kopf". Rockige Momente wechselten sich mit lyrischen Klängen ab in dem modernen Stück "Canterville Ghost" von Markus Götz. Musical-Melodien von Stephen Bulla ließ das Werksorchester aus dem Disney-Animationsfilm "Eiskönigin" erklingen.

Das Publikum, darunter auch zahlreiche Musiker aus anderen Orchestern und Kapellen, feierte das Symphonische Blasorchester Werk Gendorf mit stehendem Applaus. Die erklatschten Zugaben stammten aus der Feder des "Königs der Marschmusik", John Philip Sousa.

Der Eintritt zum Herbstkonzert war wie immer frei, um Spenden für musikalische Jugendarbeit wurde gebeten. − Herbert Gerlitz

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